Freitag, 9. November, 20 Uhr, Nikolaikirche

Konzert im Gedenken an die Pogromnacht vor 80 Jahren

Michael Tippett: "A Child of our Time"
Oratorium für Chor, Solisten und Orchester

Karl-Bernhardin Kropf: "November '38 - Ein Praeludium" für Orgel und Zuspielung (Uraufführung)

Chor St. Marien, Figuralchor der Johannis-Kantorei
Norddeutsche Philharmonie Rostock

Christine Wolff, Sopran
Stine Marie Fischer, Alt
Andreas Post, Tenor
Simon Robertson, Bass
Karl-Bernhardin Kropf, Orgel

Leitung: KMD Prof. Markus J. Langer

Am 9. November jährt sich der von den Nazis als "Reichskristallnacht" bezeichnete Angriff auf jüdische Einrichtungen in Deutschland zum achtzigsten Mal. Am Sonntag, dem 6. November 1938, weihte die Marien-Gemeinde ihre seit dem ersten Weltkrieg weitgehend schweigende Orgel wieder ein. Am darauf folgenden Donnerstag brannte die nahe gelegene Synagoge in der Augustenstraße aus, in anderen Orten Deutschlands fanden die Anschläge schon einen Abend zuvor statt. Die zerstörerischen Angriffe der Nazis nahmen ein Attentat in Paris zum Anlass, begangen durch den siebzehnjährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan am Legationsrat der deutschen Botschaft, Ernst vom Rath.

Der englische Komponist Michael Tippett (1905-1998) verfasste unter dem Eindruck der Ereignisse und der Tat Grynszpans ein Oratorium mit dem Titel "A Child of our Time" (Ein Kind unserer Zeit), uraufgeführt 1944 in London. Das rund 70minütige Werk ist mit großem Chor, symphonischem Orchester und vier Solisten besetzt.

Zum Gedenken an die Ereignisse von 1938 wird dieses Oratorium am 9. November 2018 um 20 Uhr in der Nikolaikirche von den Kantoreien St. Marien und St. Johannis gemeinsam mit der Norddeutschen Philharmonie unter der bewährten Leitung von KMD Markus J. Langer aufgeführt werden. Als Bezugnahme auf die Orgelweihe in St. Marien am 6. 11. 1938 erklingt außerdem die Komposition „November ’38 – Ein Praeludium“ für Orgel und Zuspielung von Karl-Bernhardin Kropf. Eintrittskarten werden im Schuhhaus Höppner (Kröpeliner Tor) erhältlich sein.

Die im Werk enthaltenen fünf Negro-Spirituals werden am darauf folgenden Sonntag im Gottesdienst aufgeführt, der sich ebenfalls mit diesem Anlass beschäftigen wird.

Die Rostocker Synagoge am 10.11.1938

Freitag, 27. Juli, 20 Uhr, Marienkirche

Alleluja, lobet den Herren - Psalmkonzerte von Schütz, Praetorius, Druhl und Hasse

In diesem Programm stehen Heinrich Schütz und sein Opus 2, die „Psalmen Davids“, im Mittelpunkt. Mit seinen ersten deutschsprachigen Werken bringt er den italienischen Stil in Form der venezianischen Mehrchörigkeit und des „stile rezitativo“ in die deutsche Musik. Gleichzeitig legen die Psalmvertonungen Zeugnis ab von seiner Lehre bei Giovanni Gabrieli in Venedig, dem er in „Ich danke dem Herrn“ mittels Parodieverfahren seine Reverenz erweist. Psalmen, als ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens und seiner Gebetssprache, wurden schon seit dem Mittelalter musiziert und bilden den roten Faden des Programms.

Um einen Eindruck von der Vielfalt und Entwicklung der kompositorischer Umsetzungen zu vermitteln, stellen wir den Schützʼschen Werken das vierchörige Psalmkonzert „Siehe wie fein und lieblich“ von Michael Praetorius gegenüber, der sein Vorgänger als Kapellmeister am Dresdner Hof war. Daneben erklingen Kompositionen von Nicolaus Hasse, dem Großvater des berühmte Opern- und Kirchenkomponist Johann Adolf Hasse, und zwei kleinbesetzte Psalmvertonungen von Christian Druhl, der mit „Psalmodiae Davidico-Ecclesiasticae“ (1650) einen konzertanten Zyklus aller 150 biblischen Psalmen plante, von denen er jedoch nur die ersten 10 Psalmen realisieren konnte. Neben vielen höchst anspruchsvollen solistischen Pssagen lebt das Programm von farbenreichen Tutti-Klängen mit einer großen Strahlkraft, wenn Zinken, Dulziane, Flöten, Gamben, Violinen, Orgel, Theorben, Harfe, Cembalo und das Sängerensemble gemeinsam erschallen.

Ensemble "La Protezione della Musica"

Besetzung:
Johanna Jäger, Mary Rosenberger | Sopran
Oskar Didt, Johann Winter | Altus
Johann Beyer, Constantin Heuer | Tenor
Vincent Berger, Ferdinand Meinhardt | Bass
Janne Munkwitz | Flöte
Luise Catenhusen | Flöte/ Zink
Thilo Römer | Zink
Thomas Rink, Paul Winter, Richad Winkler | Dulziane
Wiebke Heilmann | Violine
Alma Stoye, Alice Stoye, Jörg Sander | Gamben
Heinrich Alfred Mertelsmann | Violone 16´
Tobias Tietze, Matthias Otto, Daniel Kurz | Lauten
Tom Werzner | Orgel
Jeroen Finke | Cembalo und Leitung

Karten zu EUR 16,- (erm. 12,-) an der Abendkasse.